Vereinsgeschichte
Zeitraum Informationem
1983
Die Geschichte begann in den ersten Tagen des Jahres 1983*. An der Uni Rostock gab es eine Seminargruppe im zweiten Studienjahr, schachverrückt. Mathematiker natürlich, was sonst? Und da es den Dozenten ähnlich erging, war ein Match Studenten gegen Mitarbeiter schnell beschlossene Sache. Zu unserem Glück fehlten nur ein paar Schachuhren. Kaufen ging nicht, und wer sich an die damaligen Verhältnisse erinnert, weiß, dass ich hier keinesfalls von fehlendem Geld rede. Aber es gab ja einen Sportverein an der Uni der sicherlich helfen konnte. Konnte er wirklich, doch die Hilfe war an eine Bedingung gekoppelt. Als Gegenleistung legte man uns nahe die schachsportlichen Aktivitäten an der Uni Rostock, die seit ein paar Jahren am Boden lagen, wiederzubeleben. Warum nicht? Also starteten wir eine gigantische Werbekampagne, die dank der kommunikativen Möglichkeiten des Jahres 83 im Anbringen von handgeschriebenen Zetteln bestand. Mit durchschlagendem Erfolg. Zum Blitzturnier mit anschließender Gründungsversammlung kamen neben fünf Mathematikstudenten aus schön erwähnter Seminargruppe immerhin weitere vier Gäste. Doch der Grundstein war gelegt, am 27. März 1983 wurde die Sektion Schach neu gegründet. Zu den Aktivisten der ersten Stunden gehörten: Uwe Albert, Mario Binkowski, Peter Hasse, Manfred Knobloch, Jochen und Peter Lüth, Thomas Schwetlick, Reinhard Strauch und Ralf Wojatschke.
Wir beschlossen, in der kommenden Saison am Punktspielbetrieb teilzunehmen und leiteten mit Unterstützung von Dr.Christian Schroeder alles Notwendige in die Wege. Kurz bevor es losging, konnten wir gegen Christian noch unsere schachlichen Fähigkeiten testen. Das Ergebnis war deprimierend. Die Uhren-Handicap-Simultanvorstellung endete 1 : 7, ein Debakel. Zweifel kamen auf, sollten wir wirklich? Doch am Ende siegte der olympische Gedanke und wir meldeten uns für die Bezirksklasse Rostock der Saison 1983/84 an.
Der erste Gegner hieß BSG Chemie 70 Rostock II, ja die gab es mal. Am Ende stand ein hart umkämpfter 4.5 : 3.5 Sieg. Ein kleiner Schritt für den Schachsport, doch ein großer für uns. Am Ende des Wettkampfjahres stand ein überraschender zweiter Platz. Bereits in dieser ersten Saison gab es Highlights. Gegen den hohen Favoriten und späteren Aufsteiger Schiffselektronik Rostock gelang uns ein 4 : 4. 8 Weißsiege, 3 davon mit Orang-Utan! Letzteres gab es nie wieder. Und wer erinnert sich nicht an das legendäre Match zwischen Jochen Lüth und dem damals neunjährigen René Stern, der sein erstes Männerspiel bestritt und gewann. Aus heutiger Sicht erklärbar, damals verstanden wir die Welt nicht mehr. Am Ende der ersten Spielzeit stand ein ausgezeichneter zweiter Platz, auch dank der Tatsache, dass im Laufe der Saison mit Norman Weyrich und Frank Idler zwei starke Spieler hinzugekommen waren.

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* ... Zuvor gab es in den 70er-Jahren bereits zweimal eine Sektion Schach der HSG Uni Rostock, die sich dann aber jeweils wieder auflösten. Da es sich 1983 um eine vollständige Neugründung handelte, niemand von den Vorgängern weiterspielte und mir keine ausreichenden Informationen über diese Zeiten bekannt sind, gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

wird in Kürze fortgeschrieben